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Vágar

auch Vágoy (dänisch Vĺgř, deutsche Bedeutung: Buchten(insel)) ist die drittgrößte Insel der Färöer im Nordatlantik. Hier befindet sich der internationale (und einzige) Flughafen der kleinen Inselnation.


Anzahl der Gipfel: 41
Kommunen: Sřrvágur (mit Břur und Gásadalur), Miđvágur (mit Vatnsoyrar) und Sandavágur (1. Januar 2005)

Vágar liegt westlich der Hauptinsel Streymoy und ist mit ihr seit 2002 durch den ca. 4 km langen Vágartunnel verbunden. Dieser Tunnel ist das bisher ehrgeizigste Bauprojekt in der Geschichte der Färöer und verkürzt die Reisezeit zwischen dem Flughafen Vágar und der Hauptstadt. Westlich von Vágar befinden sich der Tindhólmur und das 'Vogelparadies', die Insel Mykines. Zusammen bilden sie die Region Vágar, einen der sechs Syssel der Färöer.

Die beiden größten Binnenseen der Färöer finden sich auch auf Vágar: Sřrvágsvatn/Leitisvatn und Fjallavatn. Während Letzterer eines der wenigen Naturschutzgebiete der Färöer darstellt, ist Ersterer ein beliebtes Ausflugsziel, wo man alle färöischen Landschaftsformen nah beieinander hat. Berühmt ist die Klippe Trćlanípa, von der angeblich nicht mehr arbeitsfähige Sklaven ins Meer gestürzt wurden.

Durch archäologische Funde wie den Sandavágsstein konnte nachgewiesen werden, dass Vágar schon zur Wikingerzeit auf den Färöern besiedelt war. Sřrvágur, Miđvágur und Sandavágur können so auf eine 1000jährige Geschichte zurückblicken. Jedes Frühjahr am 1. März traf sich in Miđvágur das regionale Várting (Frühjahrs-Thing).

Der jüngste Ort auf der Insel ist Vatnsoyrar, der einzige Ort der Färöer, der nicht am Meer liegt. Als die Färöer im Zweiten Weltkrieg von Großbritannien besetzt waren, hatten sie wegen der Flughafennähe hier ihr größtes Truppenkontingent. Vágar war damals eine Sicherheitszone, und wer die Insel betreten wollte, brauchte einen Sonderausweis. Der Kontakt zwischen den Einheimischen und den Soldaten wird als herzlich geschildert. Freundschaften und auch Ehen entstanden in jener Zeit.

Im Westen der Insel liegen die kleinen Dörfer Břur und Gásadalur. Gásadalur war bis 2004 eines der isoliertesten Dörfer Europas. Seitdem ist es durch einen Tunnel mit der Außenwelt verbunden. Der Postbote, der bis dahin mehrmals wöchentlich über den schwierigen und unter Touristen beliebten Wanderweg von Břur nach Gásadalur gehen musste, hatte die Ehre, die erste Sprengung für den Tunnel vorzunehmen, und den fertiggestellten Tunnel als erster zu durchschreiten.

Zwei andere isolierte Orte auf Vágar wurden allerdings aufgegeben: Víkar trotz seiner landwirtschaftlich vorteilhaften Bedingungen 1910, und Slćttanes, obwohl es als landschaftlich besonders schön gelegen gilt, 1964. Alte Wanderwege bilden ein Netz über die ganze Insel und ermöglichen naturnahe Ausflüge in den heute unbewohnten Nordteil Vágars.

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